Ökumenischer Gottesdienst zur SchöpfungsZeit 2016

Steine im Dialog mit der Schöpfung

Zum Abschluss der SchöpfungsZeit haben katholische und evangelische Gläubige in Kradolf die Schöpfungsgeschichte ganz neu gehört. Klangsteinkünstler Arthur Schneiter unterlegte die Bibel-Lesung mit Tönen vom gewaltigen archaischen Aufbrechen der Gesteinsmassen bis hin zu sanft meditativem Eintauchen in die Stille.

Ums Hören, Zuhören und Hinhören ging es beim ökumenischen Familiengottesdienst vom 2. Oktober in Kradolf. Eingeladen hatten die beiden Landeskirchen, die Arbeitsgruppe SchöpfungsZeit der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, die örtliche katholische Pfarrei St. Peter und Paul und die gastgebende Evangelische Kirchgemeinde Sulgen. Anlass war der Abschluss der SchöpfungsZeit 1016. Das SchöpfungsZeit-Thema 2016 „Ein Ohr für die Schöpfung“, bildete den Auftakt zu einer neuen fünfjährigen Reihe, die Schöpfung mit allen Sinnen erfahren lassen will. Dass Gottes Schöpfung mit allen Sinnen wahrgenommen werden könne, sei das Wirken des Heiligen Geistes, hob Pfarrerin Irmelin Drüner hervor. Auf die von Gott gegebene Schöpfung aufmerksam zu machen ist auch das Anliegender Thurgauer Arbeitsgruppe SchöpfungsZeit, die im Gottesdienst mitwirkte und die Liturgie erarbeitete. Sie gestaltete Gebetskärtchen zum Mitnehmen. Diese sollen immer wieder aufs Neue daran erinnern, die Verantwortung für die Schöpfung in Tat und Gebet wahrzunehmen.

Von klingender Ruhe überdeckt
Steinbildhauer und Klangsteinkünstler Arthur Schneiter aus Schönenberg begleitete mit seinen Klangsteinkompositionen die von Jugendseelsorger Norbert Schalk im Wechsel zur musikalischen Untermalung gelesene Schöpfungsgeschichte. Seine gewaltigen archaisch-rollenden Töne zeugten vom dramatischen Aufbrechen der Elemente bis zu ihrem geordneten Verstummten. Schneiters virtuoses Können mit den Steinen tröpfelte ziehende Klänge ins Ohr, man hörte das Gras wachsen und die schrittweise Besiedelung der Erde durch das Menschengeschlecht. Mit sanft sich übereinander legenden Klängen deckte der Klangsteinkünstler wohltuende Ruhe über den siebten Schöpfungstag.

Mit dem Ohr des Herzens hören
Pfarrerin Drüner ermunterte die Kinder und Erwachsenen mit dem Ohr des Herzens hin zu hören, wie Gottes Liebe aus der Schöpfung heraus spricht. Sie gab zu bedenken, dass das Ohr des Herzens sich nur öffnen kann, wenn der Mund geschlossen ist: „Wieder lernen, auf lautlose Stimmen zu hören, kann etwas vom Wichtigsten sein, um die Welt zu verstehen und das was im Leben trägt.“ Die wache Aufmerksamkeit der Gottesdienstgemeinde scheint ihr Recht gegeben zu haben.

Hör-Erlebnisse
Nach dem Gottesdienst kamen Gross und Klein beim liebevoll gestalteten Apéro zusammen oder übten sich an den verschiedenen Hör-Stationen drinnen und draussen; Geschichten hören, Geräusch-Memory, Erkennen von Vogelstimmen oder Wassermelodie spielen. Das Interesse an den Posten war gross.

Brunhilde Bergmann


 

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